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Günter Wetzel hält eindrucksvollen Zeitzeugenvortrag in 9. Klassen

31.​05.​2026

Bereits zum siebten Mal durfte die Peter-Apian-Oberschule einen ganz besonderen Gast begrüßen: Günter Wetzel, Zeitzeuge und Mitorganisator einer der spektakulärsten Fluchten aus der DDR. Vor den 9. Klassen berichtete er eindrucksvoll von seiner Flucht im Jahr 1979 – gemeinsam mit der Familie Strelzyk in einem selbstgebauten Heißluftballon.

Zur Vorbereitung auf den Vortrag hatten sich die Schülerinnen und Schüler bereits im Unterricht mit der Thematik beschäftigt und den Film „Ballon“ angesehen. Dadurch konnten sie sich im Vorfeld ein erstes Bild von den Ereignissen machen. Der Zeitzeugenbericht bot nun die einmalige Gelegenheit, die Geschichte aus erster Hand zu hören und einen authentischen Einblick in die damaligen Geschehnisse zu erhalten.

 

Zu Beginn seines rund 90-minütigen Vortrags schilderte Günter Wetzel ausführlich die persönlichen und gesellschaftlichen Umstände, die ihn dazu bewegten, einen Fluchtplan zu entwickeln. Dabei wurde schnell deutlich, wie stark das Leben in der DDR durch Einschränkungen und Überwachung geprägt war und wie groß der Wunsch nach Freiheit wurde.

Im Anschluss erläuterte Wetzel detailliert die Überlegungen, die hinter dem ungewöhnlichen Fluchtplan standen. Auslöser für die Idee war ein westdeutsches Magazin, das über ein Ballontreffen in Albuquerque berichtete. Diese Bilder inspirierten ihn und führten schließlich zu der kühnen Entscheidung, die DDR auf dem Luftweg zu verlassen.

 

Besonders anschaulich wurde der Vortrag durch zahlreiche Bilder aus Wetzels privatem Archiv. Schritt für Schritt zeigte er, wie die insgesamt drei Ballons geplant, gebaut und immer wieder verbessert wurden. Dabei wurde deutlich, mit wie viel Einfallsreichtum, Mut und Ausdauer die beiden Familien ihr Gemeinschaftsprojekt verfolgten.

Ein weiterer eindrucksvoller Bestandteil des Vortrags waren Fotos und Dokumente aus den Stasi-Akten sowie Untersuchungsunterlagen der Staatssicherheit. Diese verdeutlichten den Schülerinnen und Schülern, welch großes Aufsehen die Flucht erregte und mit welcher Intensität die DDR-Behörden darauf reagierten.

Natürlich ging Günter Wetzel auch auf die Unterschiede zwischen dem Kinofilm und der historischen Realität ein. So konnten die Jugendlichen erfahren, welche Szenen dramaturgisch zugespitzt wurden und welche Ereignisse tatsächlich genau so stattgefunden haben. Ebenso berichtete er über das Leben der beiden Familien nach ihrer geglückten Flucht und ihren Neuanfang in der Bundesrepublik Deutschland.

Im Anschluss an den Vortrag nutzten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, in einer ausführlichen Fragerunde offene Fragen zu stellen. Insgesamt 62 Nachfragen wurden von Günter Wetzel geduldig und ausführlich beantwortet. Dabei zeigte sich erneut das große Interesse der Jugendlichen an diesem besonderen Kapitel der deutschen Geschichte.

 

Der Zeitzeugenvortrag war somit nicht nur eine spannende Ergänzung zum Unterricht, sondern auch eine nachhaltige Erfahrung, die Geschichte lebendig und greifbar machte. Die Fachschaft Geschichte sowie die 9. Klassen danken Herrn Wetzel herzlich für seinen Einsatz und einen weiteren eindrucksvollen Vortrag an unserer Schule. 

 

Weitere Informationen und Hintergründe zu diesem Stück deutscher Geschichte finden Sie HIER auf Günter Wetzels Website. 

 

Text und Bilder: Robert Müller  

 

Bild zur Meldung: 90 Minuten lang zog Günter Wetzel die 9. Klassen in seinen Bann

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