Richterbesuch macht Recht erlebbar
Leisnig, 19.09.2026. Wie entsteht Wahrheit? Warum können Menschen ein und dieselbe Situation unterschiedlich wahrnehmen? Mit diesen spannenden Fragen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen der Peter-Apan-Oberschule Leisnig im Rahmen des Projekts „Wahrnehmung und Wahrheit“. Zu Gast war erneut Herr Weber, derzeit Richter am Finanzgericht, der das Projekt seit 2019 begleitet und den Jugendlichen einen praxisnahen Einblick in die deutsche Rechtsprechung ermöglicht. Im Mittelpunkt des Unterrichtstages stand eine simulierte Gerichtsverhandlung zu einem Fall aus dem Schulalltag. Die Schülerinnen und Schüler schlüpften dabei selbst in die Rollen von Zeugen, Staatsanwälten, Verteidigern und Richtern. Schnell wurde deutlich, dass verschiedene Personen denselben Vorfall ganz unterschiedlich wahrnehmen und schildern können. Unter fachkundiger Anleitung von Herrn Weber wurde die Verhandlung durchgeführt, Beweise wurden gewürdigt und Argumente ausgetauscht. Die Schülerinnen und Schüler diskutierten engagiert, hinterfragten Aussagen und versuchten gemeinsam, zu einer gerechten Entscheidung zu gelangen. Das Projekt verfolgt das Ziel, demokratische Grundwerte erlebbar zu machen und das Vertrauen in rechtsstaatliche Verfahren zu stärken. Die Jugendlichen lernen dabei, dass Urteile nicht auf Vermutungen, sondern auf einer sorgfältigen Abwägung von Fakten und unterschiedlichen Perspektiven beruhen. Am Ende des Projekttages zogen die Schülerinnen und Schüler ein positives Fazit. Viele zeigten sich überrascht, wie schwierig es sein kann, Wahrheit eindeutig festzustellen. Gleichzeitig wurde ihnen bewusst, wie wichtig Fairness, Verantwortung und gegenseitiger Respekt für ein funktionierendes Zusammenleben sind. Mit dem Projekt „Wahrnehmung und Wahrheit“ leistet die Peter-Apan-Oberschule Leisnig einen wichtigen Beitrag zur Demokratiebildung. Der Besuch von Herrn Weber zeigt eindrucksvoll, wie juristische Themen altersgerecht vermittelt und für junge Menschen greifbar gemacht werden können.
Text: Torsten Meyer
Bild zur Meldung: Zeichnung der Gerichtsverhandlung